Pfeil rechts Pfeil links

Der Rennsteig

Rennsteig - Schild
Auf zur "Rennsteigfahrt"
Der längste deutsche Rennsteig kann seit dem 28. April 1990 wieder durchgehend bewandert werden. Jahrzehnte konnten Wanderer aus dem Westen vom sagenumwobenen Rennsteig nur träumen oder sich von denen erzählen lassen, die ihn früher einmal begangen hatten. 168,3 km führt er von Hörschel an der Werra bis Blankenstein/Saale zur Selbitz. Was macht seine Faszination aus? Das brachte 1863 Viktor von Scheffel zu Papier: "Ein deutscher Bergpfad ist's! Die Städte flieht er und birgt im Dickicht seinen scheuen Lauf".

Die Deutung des Wortes "Rennsteig" hat Forscher Jahrzehnte beschäftigt und eine Anzahl von "Rennsteigtheorien" hervorgerufen, die nicht vertreten werden können. Erst nach Gründung des Rennsteigvereins begann ab 1896 eine ernsthafte Forschungsarbeit. Bei einer Fragebogenaktion im Dezember 1896 an 282 Geschichts- und Touristenvereine im deutschsprachigen Raum wurden zunächst 90 Rennsteige festgestellt. Unter Leitung des langjährigen Fürstehers Dr. Julius Kober wurde die Forschungstätigkeit 1970 abgeschlossen. Erfasst wurden 220 Rennsteige und Rennwege. Es wurde festgestellt, dass die Rennsteige Eilboten- und Kurierwege gewesen sind, die zum Teil bis in das 8. Jahrhundert zurückverfolgt werden können. Die Forschung stützte sich auf authentisches Material, Urkunden, historische Landkarten, mündliche Überlieferungen usw.


Aus der Rennsteigchronik
Werfen wir einen Blick in das Geschichtsbuch des Rennsteiges, es ist interessant. Schon im 9. Jahrhundert gibt es Hinweise über die Existenz dieser Steige und deren Zweck.
1330
wird es "amtlich". Aus dieser Zeit gibt es einen in Schmalkalden ausgestellten Kaufbrief für den "Rynnestieg".
1530
zieht Dr. Martin Luther, von Coburg kommend, über den Rennsteig, um in Lehesten/Thüringen zu predigen.
1597
bezeugte der Graf von Schwarzburg, dass ein alter Höhenweg aus dem Hessischen über den Kamm des Thüringer Waldes und Frankenwaldes bis nach Böhmen führt.
1666
will Herzog Ernst der Fromme aus Gotha den Höhenweg militärisch nutzen und lässt ihn durch Oberförster Martin Nees vermessen.
1703
liefert der Henneberger Historiograph Christian Juncker die erste ausführliche Gesamtbeschreibung.
1806
zieht Napoleon aus Kronach kommend über den Rennsteig in Richtung Jena und Auerstedt.
1830
wandert der Topograph Julius von Plänckner von Blankenstein bis Hörschel über den gesamten Rennsteig und schreibt darüber einen umfassenden Erlebnisbericht, der Dichter wie Viktor von Scheffel und Gustav Freytag aufhorchen lässt.
1896
Am 24. Mai dieses Jahres wird der Rennsteigverein im ehemaligen Waldhaus "Weidmannsheil" von elf Thüringer Wanderern gegründet. Von Dezember 1896 bis zum Jahre 1970 werden im deutschen Sprachraum 220 Rennsteige und Rennwege erfasst.
1900
wird der Rennsteiggruß "Gut Runst" eingeführt.
1915
gibt der Rennsteigverein eine fünfteilige Rennsteigkarte mit geologischem Profil heraus.


Die ganz besonderen Leckerbissen:
Wandert man von Hörschel den Rennsteig nach Blankenstein, dann bietet sich vom Großen Eichelberg ein großartiger Blick zur Wartburg. Dem weißen "R" an den Bäumen folgend kommt man zum "Vachaer Stein". Hier legte man zur DDR-Zeiten wegen der Sperrzone den Beginn des Rennsteiges fest. Unweit Rennsteigkilometer 11,5 steht das Sühnekreuz "Wilde Sau". Bei Rennsteigkilometer 24,1 kommt man an das Ehrenmal des Rennsteigvereins am Glöckner. Traditionsgemäß ist der 916 m hohe InseIberg das Tagesziel.

Am folgenden Tag ist Oberhof das Tagesziel, um später bei Rennsteigkilometer 68,5 den höchsten Punkt der Rennsteigwanderung, "Plänckners Aussicht" (973 m über NN) auf dem Großen Beerberg (982,9 m) zu erreichen. Über "Schmücke", eines der höchsten Gasthäuser des Thüringer Waldes (911 m), kommt man zur Mitte des Rennsteiges am Großen Dreiherrenstein. Weiter geht es durch weite Wiesen, tiefe Hohlwege und dichte Wälder. Vom Hohen "Hückel" hat man eine prachtvolle Fernsicht zur Cursdorfer Kuppe, Fröbelturm, Wurzelberg, Langenstein, Greifenstein bei Blankenburg, die Kalkberge bei Jena, Schneekopf, Frauenwald, Adlersberg, Finsterberg, Veste Heldburg, Straufhein, Veste Coburg und die Gleichberge bei Römhild. Vom Eselsberg aus kann man einen Abstecher zur Werra-Quelle machen. Von Limbach aus geht es weiter nach Neuhaus/Rwg. und Ernstthal. Hier endete zu Zeiten der DDR der Rennsteig am Beginn der Sperrzone.

Nach Spechtsbrunn kommt man zur Schildwiese und in den Frankenwald. Über Waldwege erreicht man den Standplatz der ehemaligen Gründungsstätte des Rennsteigvereines. Zwischen Steinbach am Wald und Brennersgrün die sehenswerten, historisch wertvollen Wappensteine am Schönwappenweg. In Blankenstein hat man an der Selbitzbrücke nach 168,3 km das Ziel erreicht.


Umgebung
Pfeil links Schiefermuseum
Pfeil oben
Burg Lauenstein Pfeil rechts